AUSSTELLUNGEN

MAKE IT NEWER!
29.10. -28.11.20
Galerie EIGEN+ART LAB
BERLIN

 

janina roider
sandcastle_3dscan.stl
3D Quartzsand print, epoxy and enamel,
30 x 32 x 20 cm, 2020

 

 

JANINA ROIDER
MAKE IT NEWER!

Eine hybride Traumlandschaft

Mit dieser neuen, monographischen Ausstellung entführt Janina Roider (* 1986, lebt und arbeitet in München und im französischen Montalivet) die BesucherInnen in künstlerische Landschaften, in denen Wirklichkeit und Fiktion, Realität und Traum, Werbeästhetik und altmeisterliche Malerei eine Symbiose eingehen.

  Der Ausstellungstitel MAKE IT NEWER! ist ein Verweis auf Roiders Akademie-Lehrer Günther Förg, dessen Leitspruch „make it new“ – die Maxime stammt ursprünglich von Ezra Pound, dessen Schaffen Förg sehr bewunderte – auch als Titel seiner wegweisenden, 2004 anlässlich der Ruhrfestspiele Recklinghausen eröffneten Einzelausstellung fungierte. Förgs Arbeiten, die Roiders Verständnis von Malerei prägen sollten, standen bewusst abseits, losgelöst vom vorherrschenden Diskurs zur Malerei der klassischen Moderne. So sollten nach seiner Auffassung KünstlerInnen ihren solitär-elitären Standpunkt und die damit jeweils einhergehende intellektuelle Geisteshaltung aufgeben und sich selbst und ihre Arbeit nicht mehr dezidiert erklären müssen.

           

Die ursprüngliche Motivation der modernen Kunst liegt immer im Erneuerungsdrang. Aus diesem Drang heraus verschmelzen in Roiders Arbeiten formal immer digitale mit analogen Prozessen. Jeder Arbeit liegt eine Handzeichnung zugrunde, die digitalisiert (bei den Skulpturen ein Digitaldruck) mit fast altmeisterlich aus nacheinander „aufgetragenen“ Schichten erweitert wird. Diese digitale Zeichnung wird im nächsten Schritt als (seriell angelegter) Druck zu Roiders Leinwand und Bildträger.

Das Auge wird herausgefordert, durch genaue Bildbetrachtung in die Werke einzutauchen, um so gegebenenfalls digitale und analoge Malerei differenzieren zu können. Roiders Arbeiten laden ein, sich einer Welt voller Lust am Leben, an fernen Welten, an Körperlichkeit, sowie dem Entdecken und der Malerei hinzugeben. Spielerisch verschmelzen kunsthistorische Bezüge (wie Botticellis „Die Geburt der Venus“, 1485-86), Werbeästhetik (wie die Weiterentwicklung von Dik Brownes „Miss Chiquita“, 1944) und Patterns des kollektiven Gedächtnisses (wie Jerry Siegels und George Roussos’ „Superwoman“, die 1943 erstmals im Comic auftauchte) mit aktuellen (und selbstreflexiven) Fragen der Gender-Zuschreibung, nach der neuen Rolle der (starken) Frau, der individuell gelebten Sexualität und dem Schaffen von persönlicher Freiheit/Entgrenzung im eigenen Lebensentwurf.

 

Sarah Haugeneder

 

 

Zur Künstlerin

 

Janina Roider (*1986 Dachau) lebt und arbeitet in München und Montalivet (Aquitaine). Sie studierte zunächst an der Akademie der Bildenden Künste München Kunstpädagogik bei Matthias Wähner, bis sie in die Klasse von Günther Förg wechselte, um Freie Kunst zu studieren. Dort graduierte sie 2015 mit dem Meisterschülertitel. 2010 – 2011 absolvierte sie einen einjährigen Studienaufenthalt an der Glasgow School of Art in Schottland, den sie mit dem Bachelor of Arts abschloss. Während ihrer Studienzeit erhielt sie das Bundesbegabtenstipendium des evangelischen Studienwerks Villigst e.V.  2018 war sie Stipendiatin der Künstlerförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung.

 

 

 

 

 

 

 

translated by Richard Humphrey

 

MAKE IT NEWER!
29.10. -28.11.20
Galerie EIGEN+ART LAB
BERLIN
havainas_3dscan.stl, 3D printed plastic and candy enamel, 90 x 60 x 50 cm , 2020